PostgreSQL MySQL: Welche Datenbank solltest du für deine Anwendung wählen? Aktualisiert am 10. April 2026 von Sam Page 2 Minuten, 32 Sekunden zum Lesen Die Wahl zwischen PostgreSQL MySQL ist eine der wichtigsten Entscheidungen bei der Architektur deiner Anwendung. Beide sind ausgereifte Open-Source-Relationaldatenbanken, verfolgen jedoch unterschiedliche Ansätze beim Datenbankdesign. Inhaltsverzeichnis Der philosophische Unterschied Leistungsvergleich # MySQL ist die erste Wahl für einfache, leseintensive Workloads # PostgreSQL bei komplexen Abfragen # Schreibintensive Workloads: Der MVCC-Vorteil PostgreSQL Datentypen und Funktionen # PostgreSQL: Erweiterte Datentypen # MySQL: Einfacheres Typsystem Transaktionsverhalten Replikation Volltextsuche Wann solltest du dich für MySQL entscheiden? Wann solltest du dich für PostgreSQL entscheiden? Herausforderungen bei der Migration Welches soll man wählen? Der philosophische Unterschied MySQL wurde auf Geschwindigkeit und Einfachheit ausgelegt, wobei der Schwerpunkt auf leseintensiven Workloads und einer einfachen Einrichtung liegt. Es bildet die Grundlage für einen Großteil des Internets, darunter WordPress, Drupal und unzählige PHP-Anwendungen. PostgreSQL mit Blick auf Korrektheit und Erweiterbarkeit entwickelt, wobei der Schwerpunkt auf ACID-Konformität, komplexen Abfragen und erweiterten Datentypen liegt. Unternehmen entscheiden sich dafür, wenn Datenintegrität wichtiger ist als reine Geschwindigkeit. Leistungsvergleich # MySQL ist die erste Wahl für einfache, leseintensive Workloads MySQL eignet sich besonders gut für einfache SELECT-Abfragen mit wenigen JOINs, Lesevorgänge in Webanwendungen und INSERT-Operationen mit hohem Durchsatz. Für eine typische WordPress ist der Abfrageplaner von MySQL sehr gut optimiert. Auf einem 4-Kern-VPS mit 8 GB RAM kann MySQL bei richtiger Indizierung mehr als 10.000 einfache SELECT-Abfragen pro Sekunde verarbeiten. # PostgreSQL bei komplexen Abfragen Der Abfrageplaner PostgreSQLverarbeitet JOINs über mehrere Tabellen, Unterabfragen, CTEs, Fensterfunktionen und Aggregationen effizienter. Bei Abfragen mit JOINs über fünf oder mehr Tabellen PostgreSQL zwei- bis dreimal schneller sein. # Schreibintensive Workloads: Der MVCC-Vorteil PostgreSQL PostgreSQL MVCC intensiver. Leser blockieren keine Schreiber, Schreiber blockieren keine Leser. Bessere Parallelität bei gemischten Lese-/Schreib-Workloads. Datentypen und Funktionen # PostgreSQL: Erweiterte Datentypen – JSONB: Binäre JSON-Speicherung mit Indizierung– Arrays: Native Array-Typen machen Verknüpfungstabellen überflüssig– Geometrische Typen: Für GIS-Anwendungen mit PostGIS– Benutzerdefinierte Typen: Definiere deine eigenen zusammengesetzten Typen und Aufzählungen # MySQL: Einfacheres Typsystem Standard-Ganzzahlen, Dezimalzahlen, Datumsangaben, VARCHAR/TEXT, BLOB und JSON (ab Version 5.7). Einfacher, aber für die meisten Webanwendungen völlig ausreichend. Transaktionsverhalten PostgreSQL standardmäßig PostgreSQL strikte ACID-Konformität. Fremdschlüsselbeschränkungen werden immer durchgesetzt, CHECK-Beschränkungen funktionieren wie erwartet. MySQLs InnoDB unterstützt ACID, hat aber in der Vergangenheit ungültige Datumsangaben, stillschweigende Datenverkürzung und nicht standardkonformes SQL-Verhalten zugelassen. Der Strict-Modus verschärft diese Regeln. Replikation MySQL: Die Replikation zwischen Primär- und Replikatserver ist kinderleicht, Group Replication bietet Multi-Primär-Konfigurationen und Galera Cluster (MariaDB) ermöglicht synchrone Multi-Master-Konfigurationen. PostgreSQL: Streaming-Replikation, logische Replikation für bestimmte Tabellen, integriertes Failover mit pg_auto_failover oder Patroni. Volltextsuche PostgreSQL eine native Volltextsuche mit Text-Suchwörterbüchern, Ranglisten und Phrasensuche. Es ist zwar nicht so funktionsreich wie Elasticsearch, macht aber für viele Anwendungen einen separaten Suchdienst überflüssig. Die FULLTEXT-Indizes von MySQL eignen sich für einfache Suchanfragen, bieten jedoch keine erweiterten Ranking-Funktionen und keine sprachspezifische Wortstammbildung. Wann solltest du dich für MySQL entscheiden? Entscheide dich für MySQL, wenn du eine Standard-Webanwendung entwickelst, deine Hosting-Umgebung dies vorschreibt, dein Arbeitsaufkommen vorwiegend aus Lesevorgängen mit einfachen Abfragen besteht, du eine bewährte Replikation benötigst oder dein Team bereits mit MySQL vertraut ist. Wann solltest du dich für PostgreSQL entscheiden? Entscheide dich für PostgreSQL Datenintegrität entscheidend ist, du komplexe Abfragen benötigst, du erweiterte Funktionen (JSONB, Volltextsuche, geometrische Datentypen) nutzen möchtest oder wenn du ein SaaS-Produkt mit komplexen Datenbeziehungen entwickelst. Herausforderungen bei der Migration Für einfache Schemata gibt es Migrationswerkzeuge. Du wirst jedoch mit Datentypkonflikten, unterschiedlichen SQL-Dialekten und inkompatiblen gespeicherten Prozeduren konfrontiert sein. Rechne bei mittelgroßen Anwendungen mit einem Arbeitsaufwand von 2 bis 4 Wochen. Welches soll man wählen? Keine der beiden Datenbanken ist objektiv besser. Die Einfachheit und die weite Verbreitung von MySQL machen es zur pragmatischen Wahl für typische Webanwendungen. Die erweiterten Funktionen und die strenge Struktur PostgreSQLmachen es ideal für Anwendungen, bei denen Daten das wichtigste Kapital sind. Suchst du nach Datenbank-Hosting mit voller Kontrolle? DieVPS- und Dedicated-Server-Pakete InMotion Hosting unterstützen sowohl MySQL/MariaDB als auch PostgreSQL Root-Zugriff und „Launch Assist“ zur Optimierung. Diesen Artikel teilen Verwandte Artikel Hosting von Sanity.io: Best Practices für die Bereitstellung und Leistung von Headless-CMS Wie Agenturen No-Code-KI-Kundenwebsites verwalten können, ohne die Kontrolle zu verlieren Die besten Webhosting-Pakete für Agenturen: Shared Hosting, VPS und Dedicated Server im Vergleich Was ist die Zeit bis zum ersten Byte (TTFB) und wie wirkt sich dein Server darauf aus? 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