Warnung: Ein Erstanwender zu sein, kann dich verbrennen

Warnung: Ein Erstanwender zu sein, kann dich verbrennen

Jeden Tag kommen viel zu viele neue Medienplattformen auf den Markt. Der Erfolg von Facebook, Twitter, Instagram oder YouTube hat dich vielleicht davon überzeugt, dass das nächste große Ding vor der Tür steht und du ein Erstanwender sein musst, um sofort Fuß zu fassen.

Aber wir warnen dich: Halte dich zurück! Wenn du neue Apps und Dienste mit einem skeptischen Auge prüfst, ist die Wahrscheinlichkeit geringer, dass du dich verbrennst, wenn die neuen, glitzernden Apps scheitern (was sie übrigens oft tun).

Wir sagen dir, worauf du achten solltest und wie du einen Prüfungsprozess einführen kannst, mit dem du neue Apps schnell und einfach prüfen kannst. So kannst du mit größerer Genauigkeit erkennen, welche neuen Dienste und Tools für dich geeignet sind und welche du lieber meiden solltest.

Vor allem werden wir darüber sprechen, wie du deine kritischen Ressourcen auf "digitale Standbeine" konzentrieren solltest, die so lange halten, wie dein Unternehmen existiert.

Unsere langjährige Erfahrung im Webhosting hat gezeigt: Für eine langfristige Nachhaltigkeit kannst du nichts falsch machen, wenn du in deine eigene Domain und einen qualifizierten Hosting-Anbieter investierst.

Nicht zu schnell aufgeregt sein

Es ist leicht, zu schnell begeistert zu sein, wenn du siehst, wie viele Leute eine neue App herunterladen und damit spielen.

Und es ist verständlich, dass du dabei sein willst.

Aber lass dich nicht von deinen Gefühlen von deinen Zielen abbringen. Mach deine Marktforschung und höre auf deine Ergebnisse.

Wenn du dich bemühst, dein Geschäftsmodell an eine neue Plattform anzupassen, kann es sein, dass du dein Stammpublikum verprellst.

Wenn du nicht sicher bist, dass die neue App dir einen radikalen Return on Investment bringt, ist es am besten, sie zu ignorieren und bei deinem aktuellen Ziel zu bleiben.

Erinnere dich, wie viele Apps scheitern

Es ist leicht zu vergessen, wie viele neue Apps und Dienste fast sofort scheitern. Aber als Unternehmer kannst du aus diesen Katastrophen wertvolle Lektionen lernen.

Erinnerst du dich an Friendster, MySpace oder Digg? Vielleicht hast du diese Dienste sogar schon einmal genutzt und dann das Interesse daran verloren, wie so viele andere auch.

Erinnerst du dich an Jelly? Wahrscheinlich nicht. Die Leute hinter Twitter brachten diese neue App auf den Markt, sie gewann schnell Nutzer und wurde ebenso schnell wieder vergessen.

Der Misserfolg von Jelly ist ein interessanter Fall. Es zeigt, dass die App trotz aller Unterstützung, aller Ressourcen und der cleveren Designphilosophie, die ihnen zur Verfügung stand, bei den Nutzern, die sie so schnell heruntergeladen haben, nicht ankommen konnte.

Stell dir vor, wie viel Zeit du damit verschwendet hättest, dein Geschäftsmodell an diese obskuren Plattformen anzupassen.

Sogar Googles eigenes Social-Media-Angebot, Google+, hat sich in die Liste der gescheiterten Social-Media-Projekte eingereiht.

Es gibt einen viel besseren Weg

Hier ist eine radikale Alternative zum "First Adopter": Investiere in die Dinge, von denen du weißt, dass sie so lange bestehen werden wie du.

Investiere in die Ressourcen, die du direkt kontrollierst.

Es ist nicht verwunderlich, dass sich deine digitalen Standbeine meist um deine Website drehen.

Diese Standbeine können alles sein: ein Blog, ein Forum, eine E-Mail-Marketingkampagne, Content-Angebote wie Video- oder Bildergalerien oder sogar deine eigene Social-Media-Plattform (mit dem BuddyPress-Plugin für WordPress).

Viele Unternehmer/innen nutzen Facebook-Gruppen, um mit ihren Kunden in Kontakt zu bleiben. Das macht Sinn, wenn man bedenkt, wie viele Menschen Facebook nutzen. Aber eine Änderung der Richtlinien oder des Algorithmus könnte deine Kunden in die Flucht schlagen oder zumindest deine Arbeit erschweren. (Das passiert immer wieder.)

Aber stell dir mal vor, du könntest diese Kunden länger auf deiner Website halten, mehr Gegenbesuche bekommen oder sie dazu bringen, sich in deine E-Mail-Liste einzutragen. Die Mühe lohnt sich, allein schon, um mehr Vielfalt in deine Marketingbemühungen zu bringen und dich zu schützen.

Im Grunde genommen kontrollierst du dein eigenes Website-Hosting, das heißt, du machst die Regeln.

Prüfe neue Plattformen mit Skepsis

Du würdest doch auch nicht zulassen, dass Fremde in dein Unternehmen kommen und es leiten, oder? Du würdest nur Leute einstellen, die dein Bewerbungssystem durchlaufen und ihre Kompetenz bewiesen haben.

Warum solltest du also eine neue Medienplattform übernehmen, nur weil andere das auch tun?

Es ist unbestreitbar, dass du dich mit Drittanbieter-Plattformen befassen solltest (und vielleicht auch ein wenig in sie investieren), wenn dein Unternehmen eine so große Reichweite hat, dass es sich lohnt, sie zu nutzen.

Aber du solltest nur dann investieren, wenn du diese neuen Apps und Dienste einem Prüfverfahren unterzogen hast (als würdest du einen neuen Mitarbeiter einstellen):

  • Hat die App einen klaren Nutzen, der dir oder deinen Kunden besser dient?
  • Wird dieser Service dir helfen, neue Kunden zu gewinnen? (Gibt es Daten, die diese Behauptung belegen?)
  • Wie viel Geld, Zeit oder Energie ist nötig, um diese neue App einzuführen?
  • Wird die App eine Rendite abwerfen?

Wenn du diese grundlegenden Fragen nicht stellst, wenn du dein Unternehmen an eine neue App anpasst, musst du aufpassen, dass du dich nicht verbrennst.

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